St Kitts Karibik entdecken: Die Perle der Karibik

St. Kitts und Nevis sind zwei eigenständige Inseln mit eigener Persönlichkeit – und wer nur einen Kreuzfahrtstopp einplant, verpasst vier Fünftel. Was die Inseln kosten, wo sie liegen und ob sie ins Budget passen: ehrlich erzählt.

St Kitts Karibik entdecken: Die Perle der Karibik

Zwei Inseln, 261 Quadratkilometer, und ich habe beim ersten Besuch fast die Fähre verpasst, weil ich dachte, „St. Kitts" wäre ein einziger Ort. Ist es nicht. St. Kitts und Nevis sind zwei eigenständige Inseln mit eigener Persönlichkeit, getrennt durch einen schmalen Kanal namens The Narrows, und wer nur einen Tag Kreuzfahrtstopp einplant, sieht etwa ein Fünftel von dem, was die beiden Eilande eigentlich ausmacht.

Wer nach St. Kitts in der Karibik sucht, landet meist bei den gleichen drei Fragen: Wo genau liegt das eigentlich? Wie bezahle ich dort? Und lohnt sich das überhaupt für mein Budget? Ich habe mir das vor Ort angeschaut, mich blöd angestellt und daraus gelernt. Hier ist, was ich weiß.

Wichtige Erkenntnisse

  • St. Kitts und Nevis liegen in den Kleinen Antillen, östlich von Puerto Rico, und sind ein eigener Staat mit eigener Währung
  • Bezahlt wird in Ostkaribischen Dollar, Euro werden Sie an den meisten Stellen vergeblich suchen
  • Die Insel ist teurer als die Nachbarn, vor allem bei Unterkunft und Restaurantpreisen
  • Brimstone Hill, der Panoramazug und die Strände im Süden sind das Herzstück der Insel
  • Nevis ist die ruhigere Schwester und lohnt mindestens einen Tag, besser zwei

Wo liegt die Insel St. Kitts eigentlich genau?

Wer sich die Karibik als Perlenkette vorstellt, findet St. Kitts etwa am östlichen Ende, kurz bevor die Inselkette nach Süden abknickt. Genauer: Die beiden Inseln gehören zu den Kleinen Antillen, liegen östlich von Puerto Rico und nordwestlich von Antigua. Guadeloupe ist der nächste größere Nachbar im Südosten.

Geografie und Größe

St. Kitts selbst bringt es auf rund 169 Quadratkilometer, Nevis auf etwa 93. Zusammen sind das 261 Quadratkilometer, also ungefähr so viel wie das Saarland. Klingt klein, ist es auch, aber die Höhenunterschiede täuschen: Der Vulkan Mount Liamuiga ragt knapp 1.156 Meter aus dem Regenwald, und die Straße dorthin schlängelt sich in Serpentinen, bei denen mir auf dem Beifahrersitz ehrlich gesagt etwas flau wurde.

Die Hauptstadt heißt Basseterre und liegt auf St. Kitts. Nevis hat mit Charlestown einen deutlich kleineren Hauptort, in dem man in einer knappen Stunde einmal durchgelaufen ist.

Anreise: Flug und Fähre

Direktflüge aus Europa gibt es nicht. Realistisch fliegen Sie über Antigua, Puerto Rico, Miami oder Charlotte und steigen dort um. Der internationale Flughafen auf St. Kitts heißt Robert L. Bradshaw, auf Nevis landet man auf dem kleinen Golden Rock Airport.

Zwischen den beiden Inseln verkehrt eine Fähre, die Überfahrt dauert je nach Verbindung etwa 45 Minuten bis eine Stunde. Mein Fehler damals: Ich hatte die Abfahrtszeiten nicht gecheckt und stand am Ende am falschen Anleger. Fähren fahren nicht durchgehend, vor allem am späten Nachmittag wird es dünn.

Wie zahlt man auf St. Kitts?

Das ist die Frage, die mir vor der Reise am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat, und die Antwort ist unspektakulär: mit dem Ostkaribischen Dollar, kurz XCD. Der ist an den US-Dollar gekoppelt, was die Sache einfacher macht, als sie zunächst klingt.

Währung und Wechselkurs

Die Kopplung liegt bei einem festen Verhältnis von etwa 2,70 XCD pro US-Dollar. Heißt praktisch: Wenn Ihnen jemand einen Preis in US-Dollar nennt, verdoppeln Sie grob und landen beim Ostkaribischen Dollar. Euro werden Sie auf der Insel kaum als Zahlungsmittel sehen, und ich habe ehrlich gesagt auch keinen Geldautomaten gefunden, der Euro ausgegeben hätte.

Karte oder Bargeld?

In Basseterre und in den Touristenhotels funktionieren Kreditkarten zuverlässig. Sobald Sie aber in kleinere Läden, an Strandbuden oder auf Märkte gehen, brauchen Sie Bargeld. Meine Regel: immer einen Batzen XCD in der Tasche, alles darüber hinaus kann auf Karte laufen.

  • Geldautomaten finden sich vor allem in Basseterre und Charlestown
  • Kreditkarten werden in Hotels und gehobenen Restaurants akzeptiert
  • Für Taxis, Fähren und Strandimbisse gilt: Bargeld ist Pflicht
  • US-Dollar werden oft angenommen, aber mit schlechterem Kurs

Wie sieht die Flagge von St. Kitts und Nevis aus?

Sie ist grün, gelb, schwarz und rot, und ich muss zugeben, dass ich sie beim ersten Anblick für ein abstraktes Gemälde gehalten habe. Tatsächlich erzählt sie eine ziemlich klare Geschichte.

Wie sieht die Flagge von St. Kitts und Nevis aus?

Ein diagonaler schwarzer Streifen mit gelber Umrandung zieht sich von der oberen Ecke zur unteren, flankiert von einem grünen Dreieck links und einem roten rechts. Im schwarzen Band sitzen zwei weiße Sterne. Grün steht für die Fruchtbarkeit der Inseln, Rot für den Kampf um die Unabhängigkeit, Schwarz für das afrikanische Erbe der Bevölkerung. Die beiden Sterne symbolisieren die zwei Inseln selbst, und das Gelb dazwischen wird oft als Sonne gedeutet.

Die Flagge hängt an vielen Gebäuden, und wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie sie auch auf den Fähren. Sie ist übrigens relativ jung: St. Kitts und Nevis wurden erst 1983 unabhängig, die Flagge stammt aus dieser Zeit.

Ist St. Kitts teuer?

Ja. Ehrlich gesagt: deutlicher teurer, als ich erwartet hatte. Ich hatte mit karibischen Durchschnittspreisen gerechnet und lag bei Unterkünften und Restaurants im Schnitt etwa ein Drittel darüber. Wer hier günstig reisen will, muss aktiv suchen.

Ist St. Kitts teuer?

Was kostet was?

Bereich Preisniveau (Eindruck vor Ort) Anmerkung
Mittelklasse-Hotel pro Nacht deutlich über dem regionalen Schnitt Resorts im Süden am teuersten
Restaurant, mittleres Niveau höher als auf Nachbarinseln Touristenaufschlag spürbar
Taxi vom Flughafen festgelegt, aber happig Preise sind ausgehängt
Strandimbiss, lokal moderat hier lässt sich sparen
Ausflüge und Touren höher als erwartet Brimstone Hill und Zug kosten extra

Wo Sie trotzdem sparen können

Wer nicht im Resort wohnt, sondern in einer der kleineren Unterkünfte in der Nähe von Basseterre oder im Süden, kann einen erheblichen Teil des Budgets drücken. Ich habe die zweite Woche in einer kleinen Pension verbracht statt im Hotel und dabei geschätzt 40 Prozent der Übernachtungskosten gespart, ohne dass mir etwas gefehlt hätte.

  • Außerhalb der Hauptsaison buchen (Mai bis November ist günstiger, aber auch feuchter)
  • Lokale Küche statt Resortrestaurant, das macht einen großen Unterschied
  • Öffentliche Busse sind billig, aber langsam und nicht immer pünktlich

Sehenswürdigkeiten, Strände und was ich unterschätzt habe

Der bekannteste Ort ist die Festung Brimstone Hill, ein UNESCO-Welterbe aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Ich hatte keine großen Erwartungen und war dann fast zwei Stunden dort, weil die Aussicht über die Insel und das Meer mich festgehalten hat. Nehmen Sie Zeit mit, statt sie in einer Stunde abzuhaken.

Der Panoramazug

Die alte Zuckerbahn, die heute als Ausflugszug um die Insel fährt, ist ein Klassiker, und ich habe lange überlegt, ob sie den Preis wert ist. Mein Urteil: ja, aber nur einmal. Die Strecke geht an Zuckerrohrfeldern, kleinen Dörfern und der Küste vorbei, und man bekommt einen Überblick, den man zu Fuß nie hinbekommt. Wem das zu touristisch ist, kann stattdessen auf eigene Faust mit dem Mietwagen fahren; die Insel ist überschaubar, und ich habe mich nach zwei Tagen gut zurechtgefunden.

Strand: welcher ist der schönste?

Der Süden um South Friars Bay und Cockleshell Beach ist meine Empfehlung, weil dort das Wasser ruhig ist und man die Nachbarinsel Nevis am Horizont sieht. Ich habe zwei Tage dort verbracht und dabei mehr gelesen als geschwommen, was für einen Strand spricht.

Häufige Fragen, die mir vor der Reise niemand beantwortet hat

Wie sicher ist St. Kitts und Nevis?

Ich habe mich während meines Aufenthalts sicher gefühlt, aber ich war auch nicht nachts allein in abgelegenen Ecken unterwegs. Wie auf vielen Karibikinseln gilt: In Basseterre und Charlestown gibt es Viertel, die man nach Einbruch der Dunkelheit eher meidet. Taschendiebstahl und kleinere Delikte kommen vor, vor allem in Touristengebieten. Übliche Vorsichtsmaßnahmen reichen aus, Wertsachen nicht offen herumtragen und nachts nicht querfeldein laufen.

Braucht man ein Visum?

Für deutsche Staatsangehörige gilt: kein Visum für touristische Aufenthalte bis zu einer bestimmten Dauer, aber ein gültiger Reisepass ist Pflicht. Der Personalausweis reicht nicht. Prüfen Sie die genauen Bestimmungen vor der Buchung, weil sich Einreiseregeln ändern können.

St. Kitts oder Nevis?

Beides. Nevis ist die ruhigere, fast verschlafene Schwester mit heißen Quellen und einer entspannten Atmosphäre, die ich nach einer Woche St. Kitts-Trubel sehr genossen habe. Wer nur einen Tag Zeit hat, bleibt auf St. Kitts. Wer zwei Wochen hat, nimmt die Fähre.

Ein letzter Gedanke: St. Kitts ist keine Insel, die sich in drei Instagram-Bildern erschöpft. Die meisten Besucher sehen sie von der Reling eines Kreuzfahrtschiffs aus, und das ist schade, weil die Insel erst dann anfängt, etwas zu erzählen, wenn man sich Zeit nimmt. Wenn Sie die Wahl haben, bleiben Sie eine Nacht länger als geplant. Es lohnt sich.

Florian Berger
AUTOR

Florian Berger ist Journalist mit über zehn Jahren Berufserfahrung, in deren Verlauf er sich auf die Bereiche Finanzen, Immobilien sowie Frauen- und Modethemen spezialisiert hat. Seine Arbeit für verschiedene Medien umfasst die Berichterstattung über Aktienmärkte und Immobilienmärkte ebenso wie die Analyse von Geschäftsmodellen der Modeindustrie.

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